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Jugendlichen im ländlichen Raum bessere Beschäftigungsperspektiven bieten, das ist eines der Ziele des Sektorvorhabens. Denn die junge Bevölkerung ist der Schlüssel zu einer modernen & effizienten Agrarwirtschaft.
Das Thema Jugendbeschäftigung auf der internationalen Agenda erfolgreich positionieren und Jugendlichen im ländlichen Raum durch breitenwirksame Förderansätze bessere Beschäftigungsperspektiven bieten.
Direkt: Akteure der EZ
Indirekt: Bevölkerung ländlicher Räume, insb. Jugendlicher
Januar 2018 bis Dezember 2022
BMZ
5 Millionen Euro
Überregional mit Fokus auf Afrika
Lydiah Wafula hat es geschafft - 2013 hat die junge Kenianerin “Kikwit Dairies” gegründet. Mit 3 Mitarbeiter*innen und 5 friesischen Milchkühen begann ihre Erfolgsgeschichte. Heute beschäftigt sie sieben junge, festangestellte Mitarbeiter*innen und gemeinsam besitzen sie eine Herde von 60 Milchkühen. So versorgen sie Schulen und Banken in Mumias, Kenia mit frischer Milch. Eine Erfolgsgeschichte einer jungen Agripreneurin, die eine Marktlücke identifiziert und sich darin entfaltet hat. Lydiah nutzt ihre Erfahrungen auch dazu für andere Jugendliche Perspektiven in der Landwirtschaft zu schaffen und setzt sich deswegen als Sprecherin der Landjugend in Kakamega ein. Dabei sind ihr die Beteiligung von Jugendlichen an Entscheidungsprozessen und das Verständnis von Landwirtschaft als Business besonders wichtig. Diese Beteiligung lebt von Dialog-Prozessen zwischen Jung und Alt, denn nur so können sich die Jugendlichen als ein Teil der Gemeinschaft verstehen und einen wertvollen Beitrag in Form ihrer Herausforderungen und Lösungsansätze leisten.
Und das ist hochrelevant: Afrika ist der Kontinent mit der jüngsten Bevölkerung der Welt. In Subsahara-Afrika sind heute schon 70 % der Menschen unter 30. Gleichzeitig steigt die Zahl der Jugendlichen immer weiter an. Ein Großteil der Bevölkerung lebt trotz Urbanisierung in ländlichen Regionen, wo kleinbäuerliche Landwirtschaft die wichtigste Einkommensquelle darstellt. Doch wie überall auf der Welt bietet der ländliche Raum häufig darüber hinaus nur wenig attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven, besonders für junge Menschen. Jugendarbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind hoch.
Das Betreiben von Landwirtschaft wird oft eher als Notwendigkeit zur Existenzsicherung denn als unternehmerische Tätigkeit verstanden. Insbesondere Jugendliche empfinden Jobs im Agrarsektor aufgrund ihrer häufig geringen Profitabilität und des immer noch großen Anteils von harter, körperlicher Arbeit als „uncool“ und betrachten diese als letzten Ausweg, für den Fall, dass sie keine andere Arbeit finden. Entscheiden sich junge Menschen doch für eine Tätigkeit in der Landwirtschaft, sehen sie sich mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Und dennoch:
Die landwirtschaftliche Produktion in Afrika muss sich bis 2050 verdoppeln, um die wachsende Bevölkerung ernähren zu können. Diese Notwendigkeit birgt ein enormes Potenzial für neue Arbeitsplätze innerhalb der Wertschöpfungsketten für Nahrungsmittel. Schätzungen der Weltbank zu Folge kann die Agrar- und Ernährungswirtschaft allein in Subsahara-Afrika bis 2030 von 300 auf 1.000 Mrd. USD wachsen. Laut OECD Angaben zur Beschäftigungsentwicklung werden sich z.B. in West-Afrika die Jobs in der Landwirtschaft bis 2025 auf 117 Mio verdreifachen.
Das Sektorvorhaben „Beschäftigung im ländlichen Raum mit Fokus auf Jugendliche“ unterstützt das BMZ bei der breitenwirksamen Förderung von Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum, als zentrales Anliegen der BMZ Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“. Dabei unterstützt das SV das BMZ durch fachliche Beratung bei der Gestaltung und Umsetzung internationaler Prozesse, insbesondere der G20-Initiative für Jugendbeschäftigung. Das Vorhaben berät bei der Entwicklung, Umsetzung und Wirkungsmessung strategischer Ansätze im Bereich Beschäftigungsförderung. Relevante Analysen, Erfahrungen und Konzepte werden über den Austausch in Fachnetzwerken, Veranstaltungen oder Trainings- und Capacity Development Maßnahmen in die Breite getragen und erreichen über die Akteure und Partner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit schließlich auch die Jugendlichen.
In einem Webinar der gemeinsamen Webinarreihe des Sektorvorhabens mit dem Fachverbund SNRD Afrika berichtet Lydiah im Beitrag zum Thema „How to Elevate Rural Youth Representation for Inclusive Agriculture and Planning“ von ihren persönlichen Erfahrungen als junge Farmerin und fasst die (häufig geschlechterspezifischen) Herausforderungen für Jugendliche im Agrarsektor zusammen.
Neben fachlichem und wirtschaftlichem Know-how ist - insbesondere für Betriebs-Neugründung oder –Vergrößerung - Zugang zu Land häufig eine Grundvoraussetzung. Allerdings sind für den Erwerb von Land finanzielle Mittel notwendig, die vielen Betroffenen, vor allem Jugendlichen und insbesondere Frauen, nicht zur Verfügung stehen. Denn der Zugang zu Finanzdienstleistungen für Jugendliche ist oft stark eingeschränkt, da sie nicht über ausreichende Sicherheiten verfügen. Viele junge Agripreneure scheitern an dieser Hürde.
Hat es trotz dieser Widrigkeiten geklappt, stehen die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer vor der Herausforderung Informationen über Märkte sowie vor- und nachgelagerte Dienstleistungen zusammen suchen zu müssen. Hier können zwar inzwischen moderne Informations- und Kommunikationstechnologien hilfreich sein, aber bisher sind diese auch oft nur eingeschränkt zugänglich. Auch die Suche nach qualifiziertem Personal stellt die jungen Agripreneure vor große Herausforderungen. Sie wissen oft nicht, wo sie qualifiziertes Personal finden können – das liegt auch daran, dass Ausbildung im Hinblick auf betriebswirtschaftliche Kenntnisse und gute landwirtschaftliche Praxis nicht flächendeckend verfügbar ist. So muss viel „learning on the job“ - Ausbildung im eigentlichen Betrieb stattfinden. Gleichtzeitig, wissen junge Arbeitsuchende oft nicht, wie sie eine geeignete Arbeitsstelle finden oder wie sie Zugang Aus- und Weiterbildung bekommen.
Es ist sehr schnell ersichtlich, dass das Thema Jugendbeschäftigung besonders im ländlichen Raum ein sehr vielschichtiges, oft stark kontext-abhängiges Arbeitsfeld darstellt. Die Webinarreihe stellt einen kleinen Beitrag der Arbeit des Sektorvorhabens im Bereich Vernetzen & Mainstreaming des Themas Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum dar. Durch die Verbreitung guter Praxisbeispiele und Erfolgsfaktoren können andere Projekte für die einzelnen Herausforderungen sensibilisiert werden und ihre Beschäftigungsstrategien besser an die Bedürfnisse von jungen Menschen im ländlichen Raum anpassen. Zum anderen können Projekte wie das GIZ Projekt zur Ernährungssicherung in Kenia, das Lydiah Wafula unterstützt von ihrer Arbeit berichten.